Ripple, IOTA, Bitcoin – Blick in den Abgrund

Während einige Kryptowährungen wie Tron, EOS und Ethereum noch deutlich über ihren Tiefpunkten aus dem Frühjahr notieren, haben anderen prominente Coins ihr Polster bereits aufgebraucht. Selbst gute Nachrichten wie die von Facebook lösen zur Wochenmitte keine Gegenbewegung aus. Besonders bei Bitcoin, IOTA und Ripple sollten Anleger nun genau hinschauen.

 

 

Anfang des Jahres hatte Facebook ein Werbeverbot für Anzeigen aus dem Krypto-Bereich eingeführt, im März folgten schließlich Google und Twitter. Nun will zumindest Facebook in einem eingeschränkten Maß wieder Werbung für Kryptowährungen zulassen. Davon ausgeschlossen bleiben Anzeigen für Initial Coin Offerings (ICOs), bei denen Firmen Geld durch die Ausgabe neuer Digitalwährungen bei Anlegern einsammeln.

Positive Marktreaktionen löste die Meldung allerdings nicht aus. Nach den herben Verlusten in den vergangenen Wochen und Monaten dürften Krypto-Anzeigen ohnehin kaum Wirkung entfalten. Erst wenn die Kurse wieder kräftiger zulegen und der Markt mit positiven Schlagzeilen dominiert, sollte auch das Interesse wieder zunehmen.

Vorerst bleibt dies aber Wunschdenken. Auf Sicht von 24 Stunden verlieren die zehn größten Kryptos um gut fünf Prozent. Die Marktkapitalisierung von Bitcoin könnte schon bald unter die Schwelle von 100 Mrd. Dollar fallen.

 

Bitcoin

Technisch wäre dies durchaus nicht überraschend. Wie erwartet erwies sich die Tether-Emission von 250 Millionen Token nur als Strohfeuer, zur Wochenmitte steht erneut die 6000er-Schwelle auf dem Prüfstand. Bitcoin hält sich zudem gut an charttechnische Handelsmarken. Mit dem gescheiterten Retest der ehemaligen Unterstützung um 6600 bis 6900 (Umkehrpunkt im April) rutschte der Kurs innerhalb des Abwärtskanals (rot) auf neue Tiefs. Die nächste Zielmarke liegt bei 5400 (untere Kanalgrenze) bis 5600 (Unterstützung im Oktober/November). Auf der anderen Seite reicht das Erholungspotenzial bis 6600/6700. Hier liegen das jüngste Hoch, die Kanal-Oberseite sowie die 21-Tage-Linie.

Quelle: Guidants

Ripple

Die Preisreaktionen bei der Nummer eins könnten sich zudem als Blaupause für einige Altcoins wie Ripple erweisen. Während Bitcoin bereits klar unter seinem Frühjahrs-Tief steht, kämpft Ripple noch mit der Unterstützung bei 0,46/0,48 Dollar.

Quelle: Guidants

Eine Stabilisierung zeichnet sich aber ebenfalls nicht ab. Seit Mai läuft der Kurs in einem Kanal abwärts, heute könnte der tiefste Schlusskurs seit Mitte Dezember folgen. Nach unten besteht noch ausreichend Spielraum, erst an der Unterseite des Kanals bei 0,40 Dollar könnte eine Erholung einsetzen.

 

IOTA

Auch bei IOTA gilt nur noch das Prinzip Hoffnung. Ähnlich wie Anfang April kämpft der Kurs seit einigen Tagen mit der psychologisch wichtigen 1-Dollar-Marke. Sollte eine Erholung ausbleiben, verläuft die nächste gute Haltezone rund 30 Prozent tiefer bei etwa 0,65/0,68 Dollar. Vorgelagert gibt nur ein Abwärtstrend (rot) bei derzeit 0,84 Dollar die Dynamik der Korrektur vor.

Quelle: Guidants

Fazit

Auch wenn einige Altcoins durchaus ein gewisses Eigenleben aufweisen, gilt auch am Krypto-Markt eine ähnliche Regel wie bei Aktien. Die deutschen Dividendenwerte orientieren sich an der Wall Street, die meisten Altcoins reagieren auf Preisbewegungen beim Bitcoin. Und solange die Nummer eins keine klaren Signale der Stärke liefert, geht die Reise weiter Richtung Süden.

 

 

Schreibe einen Kommentar