Iota – Weichenstellung ab dem Nachmittag

Die Kursbilder bei nahezu allen wichtigen Kryptos bleiben klar negativ, ein Befreiungsschlag zeichnet sich vorerst nicht ab. IOTA sticht dennoch positiv hervor, dank der jüngsten relativen Stärke verdrängte der Coin Monero aus der Top 10-Liste. Mit einer Marktkapitalisierung von rund drei Mrd. Euro bringt IOTA ähnlich viel auf die Waage wie Freenet.

 

IOTA ist zweifellos eine gewagte Spekulation in die Zukunft, im Unterschied zu anderen Kryptos gibt es noch keine funktionierende Anwendung. Die Währung zielt auf das Internet der Dinge ab, miteinander sprechende Maschinen sind eine denkbare Anwendung. So könnte beispielsweise das Auto künftig selbst den Parkplatz bezahlen oder der Kühlschrank übers Internet frische Milch bestellen. Klingt unglaublich, weckt aber schon jetzt das Interesse vieler Firmen. Bosch ist investiert, Deutsche Telekom und Volkswagen zählen zu den Projektpartnern.

Theoretisch bietet IOTA durchaus gute Argumente. Teures Mining entfällt, es gibt keine Transaktionsgebühren. Anders als bei Bitcoin setzt IOTA nicht auf die Blockchain. Stattdessen werden mit jeder Transaktion zwei zufällig ausgewählte frühere Transaktionen als richtig bestätigt, was sich positiv auf die Transaktionsgeschwindigkeit auswirkt.

Der Auftritt von IOTA-Mitgründer Dominik Schiener bei „Markus Lanz“ (23.15 Uhr) könnte daher Signalcharakter haben. Bereits um 17.30 Uhr wird die Sendung aufgezeichnet, es wäre daher nicht überraschend, wenn der Kurs vor der Ausstrahlung im Fernsehen reagiert. Zu große Erwartungen sollten IOTA-Fans aber nicht haben. Schiener wird wahrscheinlich keine wesentichen Neuigkeiten im Gepäck haben und versuchen, den Zuschauern mit einfachen Worten den Einstieg in die komplexe Krypto-Welt zu erleichtern.

Trend noch nicht in Gefahr

Im Vorfeld der Sendung profitierte der Kurs bereits und legte seit dem Tief um rund 30 Prozent zu. Aus technischer Sicht ändert der Impuls aber natürlich nichts an der Ausgangslage, die klar negativ einzuordnen ist. Nach Verlusten von gut 80 Prozent seit dem Rekordhoch von Mitte Dezember dominiert ein intakter Abwärtstrend (rot), der in den vergangenen Monaten mehrfach bestätigt wurde und bei derzeit 1,60 Dollar zusammen mit einer horizontalen Verkaufszone die Fantasie dämpft.

Quelle: Guidants

Darüber lauern bei 1,72 Dollar die 50- und 200-Tage-Linie, weiter nördlich zeigt das Chartbild zusätzliche Barrieren. Die Ausgangslage ist daher klar: Solange nicht mindestens der Abwärtstrend überwunden wird, sind weiter fallende Kurse mit neuen Tiefs nur eine Frage der Zeit. Rauscht IOTA unter die psychologische 1-Dollar-Schwelle, droht der Coin wohl für längere Zeit die Top-10-Liste wieder zu verlassen.

Stand: 20.03; 10.10 Uhr

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