Chart-Check Bitcoin – Die Lage spitzt sich zu

Die Juli-Performance beim Bitcoin erinnert an die guten, alten Zeiten: Mit knapp 30 Prozent Gewinn zählt die Nummer eins zu den Überfliegern unter den größeren Digitalwährungen. Auch im Jahresvergleich kann sich die Performance mit rund 200 Prozent sehen lassen. Begeisterung will aber nicht aufkommen. Und dafür gibt es einen guten Grund.

 

Bitcoin als Nummer eins baute in den vergangenen Wochen seine Dominanz weiter aus. Unter den zehn größten Digitalwährungen lief es auf Sicht von vier Wochen nur für Stellarlumens mit gut 40 Prozent noch besser. Auch über drei Monate zeigt sich deutlich die Relative Stärke: Bitcoin büßte nur um rund zehn Prozent ein, die meisten anderen Währungen um mehr als 40 Prozent.

Quelle: worldcoinindex

Wichtiger Nebeneffekt der Entwicklung: Bitcoin baute seine Marktdominanz weiter aus. Mit aktuell knapp 50 Prozent liegt die Quote auf dem höchsten Niveau seit dem Jahreswechsel.

Quelle: coinmarketcap

Auch im Kursbild hat die Aufholjagd seit Ende Juni deutliche Spuren hinterlassen. Erstmals seit Mitte April zeigt die 21-Tage-Linie (braun) wieder aufwärts, der kurzfristige Trend ist positiv. Mit der Rückeroberung der 8000er-Schwelle hat Bitcoin zugleich eine wichtige charttechnische Hürde genommen und einen höheren Hochpunkt ausgebildet. Allerdings nur im Rahmen der nach wie vor intakten Abwärtsbewegung.

Und damit kommen wir zu den negativen Punkten. Seit Mitte Januar zeigt der Chart eine Serie fallender Hochpunkte, die verbunden einen Abwärtstrend (rot) ergeben. Seit dem 24. Juli scheiterte Bitcoin mehrfach nahezu exakt an der Trendlinie. Da die Gerade weiter fällt, nimmt der Spielraum auf der Unterseite kontinuierlich ab.

Die Folge: Setzt sich der mittelfristige Abwärtsimpuls durch, droht Bitcoin wieder unter die nächste charttechnische Haltezone um 7700 bis 8000 zu fallen. Ziel wäre dann die Zone um 7300 als letzter Anker für einen erneuten Anlauf nach oben. Fällt der Kurs weiter zurück, ist der positive Juli-Impuls endgültig beendet.

Quelle: Guidants

Noch aber ist die Konsolidierung der vergangenen Tage vollkommen normal und stellt kein Warnsignal dar. Im Gegenteil, Bitcoin baut so den überhitzten Zustand ab. Zuletzt stand der Kurs mit 20 Prozent ähnlich weit über der 21-Tage-Linie wie zum Top Ende April (Indikator unter dem Chart). Die Überhitzung kann entweder durch eine Seitwärtsbewegung oder Kurskorrektur abgebaut werden. Bisher sieht es nach einer Seitwärtspause aus.

Die nächsten Fleißpunkte liegen ebenfalls auf der Hand: Bitcoin muss zwingend den Abwärtstrend überwinden, um neue Fantasie zu entfachen. Um das Risiko eines Fehlsignals zu minimieren, wäre ein Anstieg über das jüngste Hoch um 8500 wünschenswert. Gelingt der Sprung, sollte anschließend die 9000 folgen. Noch aber liegen keine klaren Signale vor. Bitcoin-Anleger sollten daher ihr Pulver noch trocken halten. Wer investiert ist, kann Teilgewinnmitnahmen vornehmen.

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