Bitcoin – Oktober 2015 lässt grüßen

Der Krypto-Markt kommt nicht zur Ruhe: Sieben der zehn größten Digitalwährungen sackten am Montag prozentual zweistellig ab. Auch die heutige Erholung – passend zur starken Gegenbewegung am Aktienmarkt – fällt wenig überzeugend aus. Die Stimmung ist mal wieder am Boden, gleiches gilt auch für die Suchanfragen über Google sowie die Transaktionsgebühren. Eine weitere Schwäche darf sich Bitcoin aber nicht erlauben.

 

 

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen“ – diese Börsenweisheit von Carl Mayer von Rothschild hat sich gerade am Aktienmarkt schon vielfach bewahrheitet und mutigen, antizyklischen Anlegern hohe Gewinne beschert. Je schlechter die Marktstimmung, desto größer die Chancen. Übertragen auf den Krypto-Markt wäre die Gelegenheit jetzt so günstig wie selten zuvor. Die Suchanfragen über Google zum „Bitcoin“ sind in den vergangenen Wochen drastisch gefallen und liegen auf einem ähnlichen Niveau wie in den Monaten vor dem Hype zum Jahreswechsel.

Quelle: Google

Bitcoin ist auch als Zahlungsmittel wieder attraktiver geworden. Die Transaktionsgebühren liegen derzeit bei rund 1,2 Dollar. Ähnlich tiefe Preise wurden zuletzt im Mai vergangenen Jahres verlangt. Zur Einordnung: Zwischen Anfang Dezember bis Mitte Januar lagen die Gebühren bei weit über 20 Dollar. Mitte Januar gab es noch mehr als 160.000 unbestätigte Transaktionen in der Warteschleife, aktuell sind es nur noch gut 1200.

Sentiment und einige harte Fakten passen also zu einer antizyklischen Vorgehensweise. Bleibt als letzte Disziplin der Blick auf den Chart. Unschwer zu erkennen ist die angespannte Ausgangslage: Mit dem gestrigen Rücksetzer notierte Bitcoin erstmals seit Oktober 2015 wieder per Tagesschluss unter der 250-Tage-Linie (violett). Zugleich droht die Digitalwährung auch unter die zuletzt immer wieder stabilisierend wirkende Unterstützungszone um 7800/8000 zu fallen.

Quelle: Guidants

Die Ausgangslage ist daher klar: Ein weiterer Schwächeanfall mit frischen Monatstiefs würde wohl den Weg endgültig frei machen für einen Rücklauf bis 6000/6800. 20 Prozent unter dem aktuellen Niveau verläuft wieder eine gute Nachkaufzone. Noch aber besteht Hoffnung, zumindest für eine Erholung bis an den Abwärtstrend bei rund 9500. Damit ist das Chance-Risiko-Verhältnis aktuell recht gut, aber nur für nervenstarke Bitcoin-Fans. Vorsichtige Anleger warten erst den Bruch der Abwärtstrendlinie ab.

Stand: 27.03; 10.30 Uhr

Schreibe einen Kommentar