Bitcoin, Ethereum, Ripple – erhöhtes Crash-Risiko an Ostern

Vor einer Woche lag der Börsenwert von Bitcoin mit gut 120 Mrd. Euro noch deutlich über der Marktkapitalisierung von SAP. Inzwischen bringen die Nummer eins unter den Kryptos sowie die schwerste Aktie im DAX mit exakt 104 Mrd. Euro gleich viel auf die Waage. Ethereum büßte zwölf Mrd. Euro ein und liegt bei nur noch 33 Mrd. Euro. Nach Ostern könnte die Lage noch deutlich schlechter aussehen.

 

Neuer Tag und altes Muster bei den Kryptos: Tiefrote Minuszeichen prägen die Kurstafel, im frühen Geschäft am Donnerstag liegen sieben der zehn größten Coins auf Sicht von 24 Stunden um mehr als fünf Prozent im Minus. Erneut sorgt das Thema Regulierung für schlechte Stimmung. So wollen die Behörden in Thailand im April neue Regeln für Kryptowährungen und ICOs einführen. Innerhalb von drei Wochen sollen die Vorgaben in Kraft sein.

Hoffnungsvolle Signale aus den USA verpuffen hingegen. So befürwortet der amerikanische Börsenbetreiber CBOE gegenüber der Börsenaufsicht SEC die Einführung von ETFs auf Bitcoins. Der Handel über ETFs wäre ein wichtiger Schritt und würde den Zugang zum Krypto-Markt gerade für viele Privatpersonen in einem regulierten Umfeld wesentlich vereinfachen. Allerdings würde dies auch der Grundidee der ETFs entgegenlaufen. Eigentlich wurden die Produkte entwickelt, um Privatanalegern einfach eine breite Streuung des Vermögens zu ermöglichen, um so diversifiziert von einem Markt oder einer Strategie zu profitieren. Mit einem Bitcoin-ETF setzen Anleger aber alles auf eine Karte.

 

Und so bleibt auch vor Ostern nur das Prinzip Hoffnung. Die Aussichten sind allerdings denkbar schlecht, wie der Blick auf den Kursverlauf beim Bitcoin unmissverständlich zeigt. In den vergangenen drei Tagen scheiterten mehrere Versuche, die richtungsweisende 250-Tage-Linie (violett) per Tagesschluss zurück zu erobern. Zugleich scheint der Kampf um die Preiszone bei 7800/8000 endgültig verloren, eine weitere Unterstützung wird zum Widerstand. Zusammen mit dem seit Mitte Dezember etablierten Abwärtstrend (rot) bei 9500 trüben sich die Aussichten deutlich ein. Damit ist auch klar: Erst ein Anstieg über 9500 würde die Perspektiven wieder verbessern.

Quelle: Guidants

Auf der anderen Seite gilt: Zeigt Bitcoin nicht zügig eine deutliche Erholung bis mindestens 7800, droht über die Ostertage ein herber Rückschlag bis mindestens 6800 (Schlusskurs vom 5. Februar). Charttechnisch relevanter ist aber erst der Kursbereich zwischen 5500 und 6000 Dollar. Hier liegen das Jahrestief sowie eine breite Nachkaufzone von Ende 2017.

Quelle: Guidants

Ethereum ist bereits einen Schritt weiter. Nach herben Verlusten in den vergangenen Tagen steht nun die potenzielle Wendezone bei 400 Dollar auf der Agenda. Ende November/Anfang Dezember war hier stärkere Nachfrage messbar. Ob dies auch jetzt noch der Fall ist, muss mit Blick auf den angeschlagenen Krypto-Markt stark bezweifelt werden. Setzt keine Gegenbewegung ein, ist der Weg bis 340 Dollar frei.

Quelle: Guidants

Katerstimmung herrscht auch bei der Nummer drei nach Börsenwert, Ripple. Der Kurs droht aus der breiten Zone um 0,55 bis 0,70 herauszufallen und steht aktuell auf dem tiefsten Niveau seit Mitte Dezember. Damit zeichnet sich auf Sicht der kommenden Tage weiteres Verlustpotenzial von mindestens 20 Prozent bis rund 0,40 ab.

Stand: 29.03; 10.00 Uhr

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