Bitcoin – enormer Spannungsaufbau

Auf den ersten Blick erscheint die Lage beim Bitcoin sehr langweilig, der Kurs dümpelt seit Wochen in einer engen Handelsspanne. Doch im Hintergrund laufen immer größere Wetten auf eine kräftige Kursreaktion. Besonders die Bären scheinen sich sehr sicher zu sein.

 

Rein Charttechnisch können wir uns kurz fassen: Bitcoin steht am Freitag bei 6518 Dollar und damit am oberen Rand einer Seitwärtsspanne, deren nördliche Begrenzung Luft bis knapp 7000 lässt (braune Zone). Nach unten hin reicht der Platz bis 5700/6100 (grüne Zone). Die Wahrscheinlichkeit für einen zumindest mittelfristigen Ausbruch auf der Süd-Seite ist leicht erhöht, der mittelfristige Trend (rote Linie) zeigt eindeutig abwärts.

Im Juni/Juli war der Preis über mehrere Wochen in der gleichen Seitwärtsspanne gefangen. Es gibt somit Marktteilnehmer, die Bitcoin im Bereich um 6000 für attraktiv einschätzen und einsteigen. Dieser Preisbereich wurde bereits während des Crahs im Februar gekauft und scheint für den Markt von übergeordneter Bedeutung zu sein. Das Problem: Mit jedem Test der Zone nimmt die Nachfrage ab, bis irgendwann nicht mehr genügend Käufer auftreten. Die Folge wäre ein starkes Verkaufssignal.

Quelle: www.tradingview.com

Genau darauf wetten offenbar immer mehr (professionelle) Anleger. Seit Monatsbeginn ist die Zahl der Wetten gegen den Bitcoin von 18.000 auf 38.000 BTC explodiert (rote Linie im Indikator unter dem Chart). Im gleichen Zeitraum verringerten sich die Long-Wetten von 31.000 auf etwa 26.000, während der Bitcoin-Preis in einer engen Spanne seitwärts läuft. Allein die Tatsache, dass das Volumen der Shorts deutlich über den Long-Beständen liegt, ist ungewöhnlich. Bisher gab es eine vergleichbare Ausgangslage nur im September, Oktober und November 2017 sowie April dieses Jahres (ovale Markierungen).

Als Kleinanleger kann man nur abwarten, welche Seite sich durchsetzen wird. Bricht die Unterstützung, dürfte Bitcoin nach unten durchgereicht werden. Das Ziel der Short-Spekulanten wäre erreicht. Zugleich ist deren Risiko aber sehr groß. Zieht der Kurs an, droht ein Short-Squeeze, der den Preisauftrieb massiv verstärken dürfte. In der Vergangenheit war dieser Effekt immer nach einer Dominanz der Short-Bestände zu beobachten. Im September, Oktober und November 2017 sowie April 2018 kam es auf Sicht von wenigen Wochen jeweils zu steigenden Preisen.

 

 

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