Bitcoin – Bei 6000 Dollar „natürlich“ abgesichert?

Derzeit vergeht keine Woche ohne neue Hiobsmeldungen von den Krypto-Börsen. Berichten zufolge wurden bei Bithumb Digitalmünzen im Wert von rund 30 Mio. Dollar gestohlen. Am Markt setzt aber langsam ein Gewöhnungseffekt ein, die meisten Coins bleiben im Aufwind. Analysten halten die Abwärtsrisiken sogar für überschaubar – aus einen einfachen Grund.  

 

An diesen Anblick können sich Krypto-Fans schnell gewöhnen: Auf Sicht von 24 Stunden liegen die zehn größten Kryptos im Gewinn. Im Wochenvergleich verzeichnen Ethereum und Tron sogar prozentual zweistellige Aufschläge. Binance Coin und Ethereum Classic weisen auf den hinteren Plätzen ebenfalls kräftige Aufschläge auf. Bitcoin als Branchenprimus steht mit rund 6800 Dollar wieder gut zehn Prozent über dem kürzlich erreichten Monatstief. Noch aber reicht der von uns erwartete positive Impuls nicht aus, um die charttechnische Ausgangslage zu verbessern.

Quelle: Wallstreet Online

Der steile Abwärtskanal (rote Linie) ist unverändert intakt, erst oberhalb von 7100 würden die Bullen wieder ein deutlicheres Zeichen setzen. Scheitert der Ausbruch, dürfte ein Test der 6000 nur eine Frage von Tagen sein.

Quelle: Guidants

Die runde Schwelle ist aber nicht nur aus technischer Sicht (Jahrestief) von Interesse. Erst kürzlich taxierte Sam Doctor von Fundstrat die Mining-Kosten für Bitcoin auf rund 6000 Dollar. Würde der Preis tiefer fallen und damit deutlich unter die Gewinnschwelle, könnten Miner ihre Verkäufe einstellen und abwarten, um auf höhere Preise zu spekulieren. Anders formuliert: Die 6000er-Marke stellt nach Einschätzung von Fundstrat als Break-even-Schwelle eine natürliche Untergrenze für Bitcoin dar.

In die Preiskalkulation arbeiten die Experten mit einem Drei-Faktoren-Modell: Neben den Kosten für Hardware und Kühlmechanismus stellen vor allem die Ausgaben für Strom eine schwierig zu bestimmende Variable dar. Bereits im vergangenen Jahr hatte der enorme Stromverbrauch für Schlagzeilen gesorgt. In der Kalkulation geht das Team von einem durchschnittlichen Preis von 0,06 Dollar für eine Kilowattstunde Strom aus.

Das Problem: In anderen Ländern wie in China liegen die Preise mit 0,04 Dollar teilweise um mehr als 30 Prozent tiefer. Auch Schweden, Dänemark und Venezuela haben niedrigere Stromkosten. Die von Fundstrat ermittelte 6000er-Schwelle stellt daher nicht für alle Miner eine Gewinnschwelle dar. Selbst wenn der Preis deutlich tiefer fallen würde (3000 bis 4000 Dollar), arbeiten einige Bitcoin-Miner noch profitabel. Zudem nimmt bei fallenden Notierungen auch die Konkurrenz ab, was für die restlichen Miner ein Argument ist, weiter aktiv zu bleiben.

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