Krypto-Skeptiker - Roubini auf dem Prüfstand

09.11.2018 | 07:00 | | Kryptowährungen | Werte: Ethereum

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Nouriel Roubini ist ein geachteter Wirtschaftswissenschaftler. Er gibt gerne den Dr. Doom, den ewigen Pessimisten. Ganz besonders hat er es derzeit auf Kryptowährungen abgesehen. Sie seien wertlos, die Blockchain sei die am meisten überschätzte Erfindung. Das mag die Meinung eines Dinosauriers der Branche sein und auch zu einem Kursrutsch bei den Kryptos führen – faktisch korrekt ist es nicht.

Nun ist es durchaus eine starke Aussage, die Blockchain als eine „glorifizierte Excel-Tabelle“ zu bezeichnen. Das führt zu einem Grinsen und wird als Zitat gerne geteilt. Was Roubini verkennt: Eine Technologie, die dezentral und fälschungssicher arbeitet und vor allem ohne Zwischenhändler, Makler oder andere Intermediäre auskommt, ist eine Revolution, ein Meilenstein in der Wirtschaftsgeschichte.

Nicht alle Anwendungen arbeiten bislang perfekt, aber das war bei den meisten neuen Erfindungen so. Nicht in alle Branchen wird sie Einzug halten, aber für viele bringt sie große Arbeitserleichterungen. Und die Kosten für die Zwischenhändler verschwinden, was ein echtes Argument für die Einführung der Blockchain-Technologie ist. Wo immer Unternehmen Kosten senken können, werden sie das über kurz oder lang tun – und das spielt der Blockchain in die Hände.

Nun hat Roubini durchaus einige richtige Dinge zu den negativen Seiten des Krypto-Ecosystems gesagt. Kryptowährungen sind ja nur der am breitesten diskutierte und somit sichtbarste Teil der Blockchain-Technologie. Den Preiseinbruch bei Bitcoin & Co. bezeichnet er denn auch als Mutter aller Blasen – obwohl das Ende des Dotcom-Booms Billionen US-Dollar an Wert vernichtete. Dagegen sind die absoluten Zahlen bei den Kryptos eher gering. So lag die Marktkapitalisierung aller Kryptos in der Spitze bei 800 Milliarden US-Dollar, jetzt sind es rund 200 Milliarden.

Interessant wird Roubinis Sicht auf die Kryptos, wenn er es schafft, sich in zwei aufeinanderfolgenden Absätzen zu widersprechen. Zuerst behauptet er, Bitcoin sei nutzlos, wertlos und so untauglich als Zahlungsmittel, das niemand es akzeptieren würde. Im nächsten Absatz warnt er vor dem immer mehr zunehmenden Einsatz – schließlich werde damit der Steuerhinterziehung, der Umgehung von Kapitalkontrollen oder sogar der Geldwäsche Vorschub geleistet.

Roubini verwendet ein weiteres Argument, das andere Wirtschaftswissenschaftler andersherum nutzen: Kryptowährungen hätten keinen inneren, eigenen Wert, dagegen sei Notenbankgeld wertvoll. Das mag in den Jugendjahren Herrn Roubinis richtig gewesen sein, als die Notenbank-Währungen noch mit Gold unterlegt waren. Das Papier- oder Giralgeld von heute aber lebt auch ausschließlich vom Vertrauen oder, sagen wir, vom Glauben an das Geld. Das Gleiche gilt übrigens auch für Gold: Die Menschen haben sich darauf verständigt, das Metall als schön und wertvoll zu betrachten. Einen Nutzen hat es nicht.

Eines noch: Wenn Notenbanken, getrieben von bankrotten Staaten, immer mehr Geld drucken, das keinen Wert hat, verlieren die Menschen durch Inflation und Hyperinflation ihr gesamtes Erspartes – und mehr. Besser als Kryptowährungen ist das auch nicht, nur staatlich legitimiert.

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