Bitcoin, Ethereum und die Tether-Frage

16.10.2018 | 06:30 | | Kryptowährungen | Werte: Tether

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Die vergangene Woche sah eine starke Abwärtsbewegung bei vielen Kryptowährungen. Fast durchgängig gab es zweistellige Verluste. Von den großen schaffte es nur Bitcoin, diese Verluste zumindest teilweise aufzuholen. Bitcoin wie auch die ebenfalls stark unter Druck geratenen Ethereum bieten gute Chancen bei einer einsetzenden Erholung.

„Der Abwärtstrend wurde durch einen massiven FUD eingeleitet, was für fear, uncertainty and doubt steht“, sagt Leonard Zobel, Geschäftsführer der auf Kryptowährungen spezialisierten next Block GmbH aus Berlin. Vor allem in den Krypto Social Media wurden wieder ewige Pessimisten laut und schossen gegen die Anlageklasse an sich. „Der seit mehr als drei Monaten verstummte Blogger Bitfinex´ed wurde plötzlich wieder aktiv und schürte Gerüchte um eine bevorstehende Insolvenz der Handelsplattform Bitfinex“, sagt Zobel. Richtig ist, dass bei der Plattform keine Ein- und Auszahlungen gegen Fiat-Geld, also Euro, Dollar und so weiter möglich sind, weil – wieder einmal – die Bankverbindung gekündigt wurde.

Die FUD-Kampagne wurde auch von einem Schwergewicht der Pessimisten-Branche befeuert, Nouriel Roubini. Der US-Ökonom gilt als ausgesprochener Feind der Kryptowährungen und streute dies in der vergangenen Woche im Rahmen einer Anhörung. „Die Aussagen sind allerdings teilweise in sich falsch, verworren, voller Fehldarstellungen und verdrehter Fakten“, sagt Zobel. „Deshalb gehen wir davon aus, dass hier eine gezielte Stimmungsmache betrieben wird.“ Dies zeigen auch die Zahlen: In diesen FUD hinein wurden unter anderem bei der Plattform Kraken gegen 02:00 Uhr große Mengen Bitcoin und andere Kryptowährungen verkauft, so dass der Preis stark einbrach und sich bisher auch nicht erholen konnte.

„Auffällig ist hier ein punktuell stark gestiegenes Volumen gegenüber den Stunden vor dem Verkauf, sowie ein verdoppeltes Volumen nach dem Verkauf, was die Vermutung einer absichtlichen Preisbeeinflussung aufdrängt“, sagt Zobel. „Wer einfach nur Bitcoin in großen Mengen verkaufen möchte, würde keine Market Orders setzen und einen Preiseinbruch in Kauf nehmen, da dies seinen Erlös verringert“, so Zobel.

Der Verdacht auf eine gezielte Kampagne hat sich am Montagmorgen weiter verdichtet. So stürzte der Stablecoin Tether, eine Kryptowährung also, die eigentlich eins zu eins auf den Dollar fixiert ist, auf zeitweise bis zu 0,85 US-Dollar ab. Der Hintergrund ist, dass die unter Druck geschriebene Börse Bitfinex auch die Tether LtLC betreibt. Mittlerweile hat sich der Kurs etwas erholt. „Trotzdem zeigt sich, wie leicht das Vertrauen in einzelne Währungen oder auch den gesamten Markt zu erschüttern ist“, sagt Zobel. „Eine sinnvolle Regulierung und eine Börse mit eingreifenden Market Makern würde dem Markt sehr gut tun.“

Sollte es bei Bitfinex und Tether der Versuch einer Marktbeeinflussung gewesen sein war er recht erfolgreich, denn in einer Reihe schlechter Nachrichten war dies ein weiterer Baustein, der zu den starken Kursrückgängen beitrug. Dabei wurden viele bereits bekannte Fakten nun negativ interpretiert wie etwa der Umsatzrückgang bei der Börse Coinbase. Dass diese gerade noch ein Investment von 500 Millionen Dollar erhalten hatte, fällt dann unter den Tisch. Dazu kommt. Dass in die Stimmung hinein die alten Analystenstimmen wieder laut wurden, die ein Platzen der Krypto-Blase beschwören.

Realistisch ist zu sagen, dass es für Ethereum kurzfristig nicht gut aussieht. Gründer Vitalik Buterin sagte auf Twitter, dass er sich aus dem Projekt zurückziehen wolle. Auf Nachfrage präzisierte er, dass es sich dabei um seinen Rückzug als Person handele, er wolle weniger Einfluss haben und zudem sei er auch heute nicht der Chef von Ethereum. Der Testnet Launch des Constantinopel Updates bei Ethereum konnte nicht umgesetzt werden, da die Miner Ihre Software nicht geupdatet haben. „Deshalb steht das Netz nun bei Block 4,299,999 und kommt nicht voran“, sagt Zobel. „All dies setzt dem Kurs zu.“

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