Bitcoin, Ethereum und Co. im Krebsgang

23.10.2018 | 12:50 | | Kryptohandel | Werte: Bitcoin

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In der vergangenen Woche ging es bei den Kryptowährungen vor allem seitwärts. Insgesamt gingen sie mit einem Plus von 3,5 Prozent aus dem Wochenende, für Kryptos eine fast langweilige Entwicklung. „Trotzdem gab es einige Highlights, die auch die kommenden Wochen noch beeinflussen werden“, sagt Leonard Zobel, Geschäftsführer der auf Kryptowährungen spezialisierten next Block GmbH aus Berlin.

Zum einen ist noch immer nicht absehbar, wie der massive FUD-Angriff (fear, uncertainty, doubt) gegen Tether mit seinen Gerüchteköchen und Faktenverdrehungen weitergeht. Zunächst hat Tether die Parität zum Dollar, die als Stablecoin ja das Ziel ist, fast wiedererlang. Derzeit (Sonntagabend) wird Tether bei Kraken für 0,97 US-Dollar gehandelt, ein Risikoaufschlag von nur noch drei Prozent. Dieser Aufschlag lag in der vergangenen Woche zum Teil bei horrenden 15 Prozent.

Der massive FUD gegen Tether und Bitfinex kam für die neuen Stablecoins (GeminiDollar, Binance TUSD oder Circles USDC) sehr passend. Teilweise wurden sie mit einem Aufschlag von zehn Cent pro Dollar gehandelt. Kein Wunder, dass Gerüchte ins Kraut schießen und sich Investoren fragen, wer oder was nun hinter dem – temporären – Kurseinbruch steckt.

Dabei werden mehrere Erklärungen diskutiert:

1. Die Konkurrenz steckt dahinter. Es wäre möglich, dass die Emittenten anderer Stablecoins gezielt negative Meldungen über Tether verbreiten, um Marktanteile zu gewinnen.
2. Möglich wäre auch, dass „Vernunft-Investoren“ lieber auf regulierte und überwachte Stablecoins setzen und Tether verkaufen.
3. Ein weiteres Szenario ist, dass viele Trader zur selben Zeit wieder in Kryptos investieren statt das Geld im Stablecoin Tether zu halten.
4. Diskutiert wird auch, ob der FUD direkt von Bitfinex/Tether stammt. Die Unternehmen könnten die Gelegenheit genutzt haben, möglichst viele Tether zum rabattierten Kurs von teilweise 0,85 Cent vom Markt zu nehmen.

Das vierte Szenario hat einiges für sich. Es wäre ungefähr so, als würde eine Aktiengesellschaft eigene Aktien zurückkaufen, wenn sie den Kurs für unterbewertet hält. Diskutiert wird sogar, ob Tether nicht sogar ganz vom Markt genommen werden soll. In jedem Fall hat sich der Circulating Supply von Tether von 2,8 auf 2,0 Milliarden reduziert, eine Verringerung um ein gutes Drittel.

Aber nicht nur der Desinformationsangriff auf Tether bewegte die Krypto-Community. Auch der Handelsstart von Tezos auf der Plattform Kraken sorgte für einige Aufmerksamkeit. Hier wurden, wie jüngst bei Cardano, zu Beginn Preise weit über dem Marktpreis aufgerufen. Bis zu 30 Euro wurden bezahlt, der globale Preis lag derweil bei rund 1,20 Euro. Nach diesem Stolperstart aber bleibt festzuhalten: Für Tezos ist dieses erste echte Fiat-Gateway ein Meilenstein.

Bei Ethereum ging die Diskussion um die Verschiebung des Constantinopel Hard-Forks weiter, der im Testnet gescheitert war – und es kam zu einer Einstimmigkeit unter den Core-Entwicklern. Frühester Termin ist nun Januar 2019. Zudem wurde angeregt, statt von Hard-Fork in Zukunft einfach nur von Updates zu sprechen. Den Kurs hat dies nur wenig beeinflusst, im Januar besteht Potenzial wegen des Short-term-hype um das Update. Näher rückt auch die Entscheidung der US-Börsenaufsicht über die Zulassung von Bitcoin-ETF, auch der Launch von Bakkt. Beides könnte die Kurse nach oben treiben. Langfristig ist also ein Aufwärtstrend zu erwarten, wobei sich erst Mitte November zeigen wird, ob der kurzfristige Abwärtstrend dreht und die Kurse den Seitwärts-Krebsgang aufgeben.

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