Bitcoin – erst 7000, dann 400.000 Dollar?

13.05.2019 | 14:08 | | Kryptowährungen | Werte: Bitcoin

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So schnell kann sich das Blatt wenden: Vor wenigen Wochen bestimmten noch negative Schlagzeilen zum Krypto-Markt, jetzt herrscht fast schon Euphorie. Am Sonntag kostete der Bitcoin mit gut 7500 Dollar so viel wie seit rund acht Monaten nicht mehr. Wer zum Jahreswechsel eingestiegen ist, liegt knapp 90 Prozent im Gewinn. Untermauert wird die Rally vom größten Handelsvolumen seit Beginn des Jahres. Wie so häufig in der Vergangenheit melden sich erneut „Experten“ zu Wort mit optimistischen Kurszielen. Nüchtern betrachtet hat sich fundamental aber wenig verändert, die Gründe für den Aufschwung sind eigentlich längst bekannt.

 

 

Doch der Reihe nach. Bereits seit einigen Wochen wird immer wieder Fidelity ins Spiel gebracht. Angeblich will der große US-Vermögensverwalter seinen Profikunden den Handel mit Digitalwährungen anbieten. Fakten dazu sind bisher aber Mangelware. Andere Marktteilnehmer verweisen auf die wieder erhöhte Risikoscheu wegen der jüngsten Eskalation im Handelsstreit. Riskante Anlagen wie Aktien verzeichnen Mittelabflüsse. Demnach könnten vor allem Asiaten teilweise in die größten Kryptos umschichten.

 

Und natürlich werden wieder psychologische Gründe eine große Rolle spielen – Stichwort „FOMO“ („Angst, etwas zu verpassen“). Dazu passt die Tendenz, dass wieder vermehrt sehr hohe Kursziele ausgerufen werden. So hat sich Mark Yusko, Chef der Krypto-Firma Morgan Creek in Stellung gebracht: "Gold ist hartes Geld seit 5.000 Jahren. Es hat einen Gesamtwert von etwa 7,4 Billionen Dollar. Das Beste an Bitcoin ist, dass es digitales Gold ist. Es ist viel einfacher zu transportieren, es ist viel einfacher zu teilen, es hat all diese wesentlichen Eigenschaften, die ich für besser halte als bei Gold", so Yusko. Mit Blick auf den Gold-Gesamtwert könnte der Bitcoin-Preis nach Meinung von Yusko in einem Jahrzehnt bei 21 Millionen Bitcoin-Münzen auf etwa 400.000 Dollar steigen.  

 

Bitcoin & Co. als „sicherer Hafen“ in schwierigen Zeiten ist unserer Meinung nach aber weiterhin eine Wunschvorstellung der Bitcoin-Bullen. Und auch als Zahlungsmittel eignen sich die Münzen noch nicht, die Entwicklung (z.B. via Lightning Network) zeigt aber in die richtige Richtung. So halten sich hartnäckig Gerüchte, nach denen eBay bald Bitcoin und andere Münzen akzeptieren könnte. Ebenfalls positiv: Die Börse Stuttgart weitet ihr Angebot aus. 

 

Gerade für institutionelle Investoren ist der Markt aber weiterhin zu riskant, es fehlt an regulatorischen Vorgaben. Erst in der vergangenen Woche wurde die bekannte Kryptobörse Binance gehackt – 7000 Bitcoins im Wert von 40 Mio. Dollar sind weg. Und auch die Meldung, nach der angeblich 87 Prozent des Handelsvolumens an den Börsen gefälscht sind, konnte die Rally nicht ausbremsen. Was bleibt ist die Hoffnung auf eine klare Regulierung und eine Entscheidung der US-Behörden, ob Projekte wie Bakkt grünes Licht erhalten. Nicht wenige Akteure dürften auch auf Neuigkeiten aus New York setzen und sich im Vorfeld positionieren. Vom 11. bis 17. Mai findet die „Blockchain Week New York City“ statt. 

 

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