Twitter und Google – Angriff auf Bitcoin, Ethereum und den ICO-Markt

Ende Januar schaffte Facebook bereits Fakten: Auf seinen Plattformen wurde Werbung rund um den Kryptomarkt verboten. Der Vorstoß traf einen kritischen Punkt der gesamten Kryptoszene: Bei vielen kleinen Kryptowährungen liegt teilweise kein schlüssiges Konzept vor. Gleiches gilt für einige ICOs. Jüngstes Beispiel ist „Giza“, bei dem rund 1000 Investoren um mehrere Millionen Dollar betrogen wurden. Twitter und Google wollen nun ebenfalls gegen Krypto-Werbung vorgehen.

Beim mit Abstand größten sozialen Netzwerk sind Werbebanner für ICOs und Kryptowährungen nicht mehr zu sehen. Auch der Suchmaschinengiganten Google könnte für den Krypto-Markt künftig zumindest nur noch unter erschwerten Bedingungen erreichbar sein. Offiziell wurde dies zwar noch nicht bestätigt. Hinter verschlossenen Türen haben aber Behörden aus Kanada sowie das FBI den Konzern angeblich dazu aufgefordert, ähnlich wie Facebook über Verbote nachzudenken. Im Visier sind vor allem Werbetreibende, die mit hohen Renditeversprechen locken und sich so an ahnungslosen Anlegern bereichern wollen. Zuletzt berichteten bereits einige Firmen von Problemen mit Google Ads bei ICOs und digitalen Währungen.

Konkreter sind die Ankündigungen bereits bei Twitter: Künftig werden Meldungen aus dem Krypto-Markt genauer unter die Lupe genommen. Für Betrüger dürfte es daher schwierig werden, über Social-Media-Kanäle neue Kunden zu generieren.

Auf den ersten Blick sind die Maßnahmen von Facebook, Twitter und Google zu begrüßen. Von den enormen Kurssteigerungen innerhalb kurzer Zeit wurden viele Anleger angelockt, die ihre Investments inzwischen wohl bitter bereut haben. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass „Giza“ ein betrügerisches ICO war und 1000 Investoren viel Geld verloren haben. Anfang Februar hielt Giza mehr als 2100 Ether im Gegenwert von 2,4 Mio. Dollar –  (hier finden Sie Hintergrundinformationen). Inzwischen ist der Webauftritt offline, die Coins auf zahlreichen Wallets verteilt und für Anleger verloren.

Um Investoren vor solchen „Scams“ zu schützen, sind strengere Regeln und Kontrollen hilfreich. Für viele unseriöse Anbieter dürfte es künftig wesentlich schwieriger werden. Wie so häufig steckt der Teufel aber im Detail: Kaum ein Mitarbeiter oder Programm wird angesichts der zahlreichen Posts ausreichend Zeit für eine genaue Prüfung haben. Dafür ist die Komplexität viel zu groß. Seriöse Angebote drohen dann ebenfalls unter die Zensur zu fallen. Anleger sollten daher wachsam bleiben, die großen Konzerne können die eigene Recherche nicht abnehmen. Auch künftig wird es Skandale geben, ähnlich wie am Neuen Markt vor 18 Jahren mit Comroad, Biodata, Gigabell, Softmatic & Co.

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