Kryptos statt Treuepunkte

Die Geschäftsideen rund um Kryptos werden immer vielseitiger und die Unternehmer immer jünger. In den Startlöchern steht eine Idee aus den USA, die das Kreditkartengewerbe kräftig aufmischen könnte.

Der 25-Jahre alte Unternehmer Thomas Harrison bastelt in San Francisco an einer neuen Kreditkarte Blockrize, die den Inhabern Kryptowährungen gutschreibt. Obwohl er noch keinen Bankpartner gefunden hat, gibt es nach seinen Angaben schon eine Warteliste mit 2.000 Personen für das Konzept. Harrison hofft, dass er bis zum Ende des Jahres einen Partner findet und die Karte zur Verfügung stellen kann.

Traditionell erhalten Kreditkarteninhaber neben Geld-Guthaben auch schon alternative Währungen in Form von Reisegutscheinen oder Flugmeilen. Blockrize würde mit jedem Einkauf ein Prozent des Einkaufswertes in Kryptowährungen gutschreiben, anfangs nur Bitcoin und Ethereum. Durch eigene erste Erfahrungen mit Kryptowährungen im September, bei denen ihn die Umtauschgebühren (in richtiges Geld) störten, kam ihm die Inspiration für die Krypto-Kreditkarte.

Einfacher Zugang zu Kryptos

Viele Leute sind an Kryptowährungen interessiert, aber sie wissen nicht wie es funktioniert und schrecken auch vor der Volatilität zurück. Blockrize wäre zumindest ein einfacher Zugang. Als stärkstes Argument, seine Kreditkarte zu erwerben, sieht Harrison in den hohen Abgaben für den Umtausch, die dann entfallen. So berechnet die beliebte Tauschbörse Coinbase eine Gebühr von 1,49 Prozent beim Kauf von Kryptos.

So funktioniert Blockrize

Da Blockrize noch keinen Bankpartner hat, gibt es noch keine Details, ab welcher Einkaufshöhe sich ein Kreditkarten-Interessent dafür qualifiziert oder wie hoch die geforderten Zinsen auf Einkäufe sein werden. Fest steht aber laut Harrison, dass bei jedem Einkauf zeitnah die ein Prozent des Wertes als Kryptowährung gutgeschrieben wird. „Wer seine Karte am Morgen nutzt, hat das Guthaben noch am selben Tag in der Tasche“, so Harrison. Dabei können die Karteninhaber selbst entscheiden, ob sie in Bitcoin, Ethereum oder halbe/halbe investieren wollen.

So löst Blockrize das Problem mit den Umtauschgebühren, aber sogar Harrison gibt zu, dass sich dadurch nichts an der Volatilität ändert. „Versprechungen zu Kursentwicklungen sind nach wie vor keine gute Idee“, sagt der Erfinder von Blockrize. Bisher ist Harrison selbst sein einziger Vollzeitangestellter, er gibt aber an, weitere Einstellungen zu planen. Zu seinen Beratern zählen Experten aus der Finanz- und Kryptobranche. Man darf gespannt sein, welches Kreditkartenunternehmen sich mit Harrison auf den Weg macht und werden beiden folgen wird. Das Kreditkartengewerbe dürfte sich über die kommenden Jahre gänzlich neu aufstellen.

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