Große Raubserie von Bitcoin-Rechnern in Island

Die jüngste Kältewelle dürfte bei illegalen Cannabis-Produzenten für Unruhe gesorgt haben. Durch den immensen Energieverbrauch der Lampen kann es schonmal vorkommen, dass ein unscheinbares Wohnhaus schneefrei bleibt und dadurch sehr verdächtig wirkt. Ähnlich energieintensiv ist der Anbau von Bitcoins, in der Fachsprache als Mining bezeichnet.

Als ungewollter Nebeneffekt entsteht viel Wärme durch die Rechner, weshalb sich kühle Orte besonders anbieten. Daher findet man den jüngsten Bitcoin-Diebstahl in Island.

Diebstähle in nie gekannter Größenordnung gab es Ende 2017 auf der isländischen Halbinsel Reykjanes. Bei mehreren Einbrüchen wurden im Dezember 2017 und Januar 2018 insgesamt fast 600 Rechner für das Minen von Bitcoins gestohlen. Laut Experten deutet das auf organisierte Kriminalität hin. Von den ursprünglich verhafteten elf Verdächtigen, darunter ein Wachmann, sind inzwischen allerdings bis auf zwei alle wieder auf freiem Fuß.

Die PCs hatten zwar einen Wert von lediglich knapp zwei Mio. Dollar. Durch das Minen von Bitcoin wird der Diebstahl für die Täter allerdings viel profitabler. Die Polizei hat daher Serviceprovider und Versorger aufgefordert auf einen ungewöhnlich starken Anstieg der Stromnachfrage zu achten.

Mit seinen niedrigen Stromkosten, einer Menge an erneuerbaren Energien und viel kalter Luft zum Kühlen von PCs ist Island ein Paradies für das Minen von Bitcoins. Laut den Berechnungen von Experten wird das Minen in diesem Jahr mit 100 MW (Megawatt) genau so viel Strom verbrauchen, wie sämtliche 334.000 Bewohner Islands.

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