Facebook – Kriegserklärung an Bitcoin und Ethereum

Facebook ist längst nicht mehr irgendeine „Seite“ im Internet. Der Konzern ist über 500 Milliarden US-Dollar schwer und die Aktie zog in den vergangenen drei Jahren um 150 Prozent an. Während sich junge Leute möglicherweise etwas von Facebook weg orientieren, bleibt man mit der beliebten Alternative „Instagram“ weiter im Reich von Facebook. Dabei ist Facebook längst ein politischer Akteur. Obama war der erste der durch die sozialen Netzwerke ins Amt gespült wurde. Trump drehte den Spieß um und nutzte die Netzwerke gezielt für Skandale und Erregung. Aus europäischer Sicht gibt es zahlreiche  Gesichtspunkte die Kritik hervorrufen – von einer fragwürdigen Zensur (Brüste „Nein“, rechte Propaganda „erlaubt“?), über die komplette Datennutzung der User. Wie schwer sich die Politik mit den Sozialen Netzwerken tut, zeigt aktuell das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Nun nimmt sich Facebook die Kryptowährungen vor und verbietet sämtliche Werbung um die Kryptos auf seinen Plattformen.

Produktmanager Rob Leathern teilte am Mittwoch mit, Facebook sperre Anzeigen für „Finanzprodukte und -dienstleistungen, die häufig mit irreführenden oder betrügerischen Werbepraktiken in Verbindung gebracht werden“. Da bei geht es um binäre Optionen, bei denen Anleger auf steigende oder fallende Kurse wetten können, Initial Coin Offerings, mit denen Firmen digitales Geld einsammeln, und Krypto-Währungen.

Das Verbot zielt natürlich eher weniger auf die bekannten Kryptos wie Bitcoin, Ethereum oder Ripple selbst ab, sondern mehr auf die Nutzung im Hintergrund. Besonders ICOs versuchen im Internet durch Werbung ihr Vorhaben bekannt zu machen und somit das angestrebte ICO-Volumen zu erreichen. Die Maßnahme scheint auf den ersten Blick fragwürdig, hat jedoch auch einen wunden Punkt in der Kryptoszene getroffen. Neben attraktiven (und trotzdem riskanten) ICOs tummeln sich auch schwarze Schafe am Markt, bei denen die Verwendung der Gelder unklar ist und die sich an die Erfolgswelle zahlreicher ICOs hängen.

Gleiches gilt für Kryptowährungen aus der dritten und vierten Reihe, deren Hintergrund oft nur schwer zu durchschauen ist. Teilweise werden Konzepte beziehungsweise „Whitepapers“ von anderen Kryptos abgekupfert und so eine Kursrakete gezündet, bei der jene verlieren die zuletzt den Absprung verpassen. In Foren werden solche „Scams“ sehr kontrovers diskutiert.

Facebook benimmt sich wie ein Elefant auf Zehenspitzen

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Deutsche ICOs – Die neue Krypto-Generation 

Stand 31.01 / 16:30 Uhr