Bitcoin-Wale schlagen erneut zu

Erstmals seit Anfang März lag der gesamte Marktwert aller Kryptos zuletzt wieder über der Schwelle von 400 Mrd. Dollar. Die Dynamik der Erholung erinnert an die Rally im Herbst 2017. Einige Großinvestoren im Markt sind aber offenbar weiter skeptisch. Für Unruhe sorgen besonders die jüngsten Bewegungen auf den reichsten Bitcoin-Adressen.

 

Mit den steigenden Kursen ist auch das Handelsvolumen wieder spürbar angezogen, der Krypto-Markt erlebt einen zweiten Frühling. In den vergangenen Tagen kletterten die Umsätze auf 20 bis 30 Mrd. Dollar, nachdem zu Monatsbeginn zeitweise weniger als neun Mrd. Dollar an Volumen abgewickelt wurden. Im Vergleich zum Aktienmarkt fallen die Beträge aber weiterhin gering aus, der Krypto-Markt ist illiquide und daher auch anfällig für überraschende Preissprünge.

Dank der Blockchain-Technologie haben Anleger aber die Möglichkeit, die „Fußspuren“ der großen Investoren, sogenannten Bitcoin-Wales, zu verfolgen. Alle Transaktionen werden öffentlich aufgezeichnet. So lassen sich Absender, Empfänger und der Betrag zuordnen. Nur eine Verknüpfung mit Personen oder Unternehmen ist meist nicht möglich.

Es lohnt sich daher regelmäßig auf die Liste der größten Bitcoin-Adressen zu schauen. Die seit Monaten größte Wallet lautet 3D2oetdNuZUqQHPJmcMDDHYoqkyNVsFk9r. In der Brieftasche schlummern 194.000 Bitcoins im Wert von rund 1,8 Mrd. Dollar. Auf dem digitalen Account wird rege gehandelt, allein am vergangenen Dienstag wurden 6500 Bitcoins veräußert zu einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 8147 Dollar. Der Gesamtwert lag somit bei rund 50 Mio. Dollar. Unbestätigten Gerüchten zufolge handelt es sich um die Wallet der Bitcoin-Börse Bitfinex.

Quelle: bitinfocharts.com

Auch auf anderen sehr großen Brieftaschen kam zu größeren Bewegungen. So verkaufte die drittgrößte Wallet 6600 Bitcoins zu einem Durchschnittspreis von 8026 Dollar, was ebenfalls rund 50 Mio. Dollar entspricht. Im Februar waren hier noch Bitcoins im Wert von über 400 Mio. Dollar eingegangen. Umfangreichere Verkäufe unter den reichsten Adressen scheinen seit einigen Wochen in Mode zu sein. So wurden auf der zweitgrößten Bitcoin-Brieftasche (16rCmCmbuWDhPjWTrpQGaU3EPdZF7MTdUk) am 12. April Coins im Volumen von knapp 40 Mio. Dollar veräußert.

Trotz der damit verbundenen höheren Volatilität bleibt die Stimmung aber weiter gut. Bitcoin nimmt im frühen Handel am Dienstag erstmals seit Mitte Februar wieder den 100-Tage-Durchschnitt ins Visier und könnte im Erfolgsfall zur Wochenmitte das nächste Kaufsignal liefern.

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