Bitcoin – Rally und Crash folgen dem Nasdaq-Muster

Wer am Krypto-Markt investiert, braucht sehr gute Nerven. In den vergangenen Monaten zeigten die Digitalwährungen eine Achterbahnfahrt, wobei der Trend zuletzt eindeutig nach unten gerichtet war. Auch Bitcoin bleibt als Krypto-Schwergewicht davon nicht verschont. Ähnliche Reaktionen zeigten vor 18 Jahren die heißen Tech-Aktien an der Wall Street und könnten nun als Blaupause dienen.

 

Neuer Handelstag und neuer Nackenschlag bei den Kryptos: Auf Sicht von 24 Stunden büßten die zehn größten Digitalwährungen um durchschnittlich gut acht Prozent ein. Für Cardano und Stellar geht es prozentual zweistellig in den Keller, IOTA fiel wieder unter die 1-Dollar-Marke und rutschte aus den Top 10. Neu dabei ist Tron, der Coin bringt aktuell rund 2,3 Mrd. Euro auf die Börsenwaage. Für eine „Aufnahme“ in den DAX würde das nicht reichen, die Lufthansa als kleinster Wert unter den Blue Chips kommt derzeit auf gut zwölf Mrd. Euro.

Quelle: Wallstreet Online

Ein Ende der Talfahrt am Krypto-Markt zeichnet sich somit nicht ab, bei der Nummer eins spitzt sich die Lage sogar zu. Mit 6800 Dollar steht der Kurs wieder am Tief vom Monatswechsel (hier finden Sie das passende Zertifikat). Bleibt eine Erholung aus, droht ein zügiger Rücksetzer bis an das Jahrestief um 6000 (hier geht es zur Chartanalyse).

Aufhorchen lässt aber eine interessante Parallele zum Aktienmarkt. Die stramme Rally Ende 2017 sowie der Einbruch in den vergangenen drei Monaten dürfte einigen Anlegern bekannt vorkommen. Im März 2000 erreichte die Technologiebörse Nasdaq nach einer rasanten Rally ihren Höhepunkt, mehr als zwei Jahre später waren Milliarden Dollar an Buchwert verloren und der Markt hatte seinen Tiefpunkt erreicht. Während der Korrektur kam es immer wieder zu kurzen Erholungsphasen, die aber schnell wieder verpufften.

Ähnliche Reaktionen zeigte auch Bitcoin in den vergangenen Monaten. Die Aufwärtsbewegung sowie der anschließende Absturz sind vergleichbar mit der Nasdaq zur Jahrtausendwende. So folgte nach drei Konsolidierungsphasen (rote Markierungen) während der Rally eine fulminante Übertreibung, die ihren Höhepunkt bei 5000 (Nasdaq) sowie 20.000 (Bitcoin) erreichte. Ein erster Rücksetzer wurde gekauft, auch nach einer zweiten Korrektur keimte noch einmal Hoffnung auf (grüne Markierung). Recht zügig fiel das Aktienbarometer aber unter das vorherige Tief. Es kam noch zu einer weiteren Gegenbewegung, im Herbst 2002 war schließlich der Boden erreicht.

Quellen: Tradesignal, Guidants

Auf den ersten Blick scheint der Gleichlauf überraschend zu sein. Nüchtern betrachtet ist der Ablauf von Übertreibungen und Korrekturen aber deshalb häufig sehr ähnlich, weil hinter den Bewegungen Menschen (und Programme) agieren, die einem bestimmten Verhalten folgen. Nur die zeitliche Komponente unterscheidet sich: Am Krypto-Markt läuft alles mit 15-facher Geschwindigkeit ab, wie die Analysten von Morgan Stanley bemerken. Bleibt das Muster bestehen, könnte Bitcoin im Frühsommer das Tief erreicht haben. Die Stimmung dürfte dann extrem schlecht sein und der Krypto-Markt nur noch von wenigen Fans engmaschig verfolgt werden, denen sich dann eine perfekte Gelegenheit bietet.

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