Bitcoin, Ethereum, Ripple – Angstindikator schlägt aus

Seit dem Rekordhoch zum Jahreswechsel rauschten die Kurse der drei größten Kryptos Bitcoin, Ethereum und Ripple um 70 bis 85 Prozent in den Keller. Der Absturz erwischte nicht nur viele Privatanleger auf dem falschen Fuß. Auch mindestens neun Hedgefonds wurden bereits geschlossen, die Kapitalzuflüsse fallen deutlich geringer aus. Bis zum Jahresende könnten sich weitere Krypto-Fonds aus dem Markt zurückziehen.

 

Die rasante Rally am Krypto-Markt lockte im vergangenen Jahr auch viele Hedgefonds an. Manche Fonds erzielten Gewinne von mehr als 1000 Prozent. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, die Erträge liegen nach Daten des Eurekahedge Crypto-Currency Hedge Fund Index bereits rund 23 Prozent unter Wasser. Sollten die Kurse in den kommenden Monaten nicht deutlich anziehen, dürften bis zum Jahresende wohl zehn Prozent aller Krypto-Fonds geschlossen werden. Schätzungen zufolge werden nur 50 Fonds ausreichend Anlagekapital aufweisen, um institutionelle Kunden bedienen zu können. Polychain Capital dürfte derzeit mit einem verwalteten Vermögen von rund 250 Mio. Dollar der größte Hedgefonds des Sektors sein.

Vorerst zeichnet sich aber keine Stabilisierung ab. Jani Ziedins, unabhängiger Analyst von Cracked Market, rechnet zwar mit einer starken Gegenbewegung, aber erst wenn Bitcoin bis in den Bereich von 4000 Dollar fällt. Ausgehend vom aktuellen Niveau wären dies nochmals rund 40 Prozent Verlust. Ob dieses Szenario eintritt, ist natürlich vollkommen offen, würde aber zu unserem gestern skizzierten Verlaufsvergleich mit der Nasdaq passen.

Aus technischer Sicht steht zunächst das Jahrestief um 6000 auf der Agenda. Mit dem zur Wochenmitte erfolgten Rücksetzer unter die 6700/6800er-Schwelle fehlen nun gute Haltemarken in unmittelbarer Umgebung auf der Unterseite. Nur der aktuell mit rund 20 Prozent recht weite Abstand zur 21-Tage-Linie (Verlauf unter dem Chart) lässt keinen scharfen Einbruch erwarten sondern eher einen anhaltenden, langsamen Kursverfall.

Quelle: Guidants

Auch andere Indikatoren wecken kaum Zuversicht, Investoren rechnen sogar mit stärkeren Bewegungen. Aufschluss darüber liefert die Volatilität auf Bitcoin: Das auf Basis von 120 Tagen berechnete Angstbarometer ist seit dem Jahreswechsel deutlich gestiegen und liegt mit sieben Prozent auf dem höchsten Niveau seit April 2014. Das sehr kurzfristige, auf 30 Tage berechnete Pendant ist hingegen seit Mitte Februar deutlich gesunken. Sollte das Muster der vergangenen Monate gültig bleiben, dürfte der Indikator aber bald wieder kräftig anspringen.

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