Trotz Handelsverbots in China – Bitcoin feiert beeindruckendes Comeback

Nach dem vorherigen Kurseinbruch ist der Bitcoin-Kurs kräftig auf dem Weg nach oben. Dafür gibt es etliche Gründe. Geht der Aufwärtstrend in Richtung Rekordhoch weiter?

Die Stimmung der Bitcoin-Besitzer hat sich zuletzt deutlich verbessert: Für Rückenwind haben gerade die bemerkenswerten Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zu Kryptowährungen, wie Bitcoin und Ether, gesorgt. „Es liegt nicht in unserer Macht, sie (die Kryptowährungen) zu verbieten, oder zu regulieren. Wir müssen uns fragen, welche Auswirkungen Kryptowährungen auf die Wirtschaft haben“, betonte Draghi. Sie würden noch in den Kinderschuhen stecken und wären noch längst keine brauchbare Option fürs Bezahlen. Im Gegensatz zu China, wo die Handelsplattformen auf Druck der Regierung spätestens Ende Oktober den Handel mit Bitcoin einstellen müssen, kann Bitcoin in der Euro-Zone offenbar den Siegeszug fortsetzen. Nach Draghis Aussagen ist der Kurs auf mehr als 4.100 Dollar gestiegen – ein Plus von 23 Prozent gegenüber Mitte September.

Beflügelt wurde der Kurs der Kryptowährung zudem von der Meldung, dass etliche japanische Banken darüber nachdenken, im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 in Tokio eine eigene digitale Währung, die „J-Coin“ (deutsch: „J-Münze“) einzuführen, um das Bezahlen mit Bargeld kräftig zurückzudrängen. In Japan werden derzeit noch 70 Prozent der Transaktionen mit Bargeld bezahlt. Der Wert liegt damit viel höher als in vielen anderen Industriestaaten. Mit der „J-Coin“ würde die Bedeutung der Kryptowährungen in Japan weiter zunehmen. Zuletzt lag der Anteil des Bitcoin-Handels in Japan bei knapp 50 Prozent des weltweiten Handels, was vor allem am stark gesunkenen Anteil Chinas liegt.

Für Aufsehen haben zuletzt auch die Aussagen von James Gorman, dem Chef von Morgan Stanley gesorgt. Nachdem sein Kollege Jamie Dimon, der Vorstandschef von JP Morgan, Bitcoin vor kurzem als „Betrug“ bezeichnet hatte, und dafür von Bitcoin-Fans scharf kritisiert worden war, äußerte sich Gorman positiv zu der Kryptowährung. „Bitcoin ist sicherlich mehr als eine Modeerscheinung… Das Konzept einer anonymen Währung ist ein interessantes Konzept“, betonte Gorman.

Erster Hauskauf in den USA nur mit Bitcoin bezahlt

Dass Bitcoin längst keine Modeerscheinung mehr ist, zeigt auch, dass zuletzt in den USA ein Hauskauf erstmals ausschließlich mit Bitcoin bezahlt worden ist. Nachdem der Immobilienverkäufer die Bitcoins innerhalb von lediglich zehn Minuten zu Dollar gemacht hatte, war der Hausverkauf abgeschlossen. Die Transaktion belegt die zunehmende Akzeptanz von Kryptowährungen. Gefährlich kann es für sie nur werden, wenn andere Länder, gerade die USA, dem Beispiel Chinas folgen und die Kryptowährungen verbieten würden, weil sie sich zur Konkurrenz für die jeweilige Währung entwickeln würden. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus.

Wie stark das Interesse an Bitcoin gestiegen ist, zeigt auch, dass die Chicagoer Derivatebörse CBOE plant, im vierten Quartal 2017 oder Anfang 2018 Bitcoin-Futures einzuführen. Das könnte für einen regen Handel durch institutionelle Investoren sorgen. „Ob man es mag, oder nicht, die Investoren wollen sich bei Bitcoin engagieren“, sagte Ed Tilly, Vorstandschef der CBOE.

Unabhängig von jederzeit möglichen Kurskorrekturen könnte sich die Stimmung der Bitcoin-Fans weiter verbessern. Derzeit scheint nicht absehbar, was den Aufstieg der Kryptowährung verhindern könnte.

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